Aus den Erzählungen des Gerbald von Eichenhain

Die Knappschaft – Erstes Kapitel

Als Freiherr Gerbald von Eichenhain ward ich geborn, denn mein Vater war ein galladoornscher Prinz und jüngrer Bruder der Könige Friedbart und Gernot. Der Traditionen gemäß kam ich schon in jungen Jahren in die Knappschaft bei Goldor Palirin von Zwingern, welcher ein Ritter des Reiches, undt unter diesen ein besonderer, denn er war im Bunde der Reichsritter.
Es warn die Tage meiner Jugend, als vom Knaben zum Manne ich heranwuchs, als in den Mittenwald die Queste meinen Herren lenkte. Der Wimpel seiner Lanze wehete im leichten Wind. Graubart, das Kaltblut, sein edles Streitroß schnaubte mit den Nüstern im frühen Wintermorgen und trug den Zwingernsohne leichten Hufes mitsamt ehernem Rüstzeug in den Wald. Auf meinem Braunen aus Leuterner Ställen, folgt ich ihm, in gehärtetes Leder gewandet, mit Streitkolben im Gehänge und Wappenschild am Arme, voll stolz geschwellter Brust. Im Gefolg drei Knechte mit Kriegshämmern und ein Jägersmann mit Bogen.
Das Dorf Häherskupp nahe dem Elbenwalde ward von Bestien heimgesucht hieß es und so wars der Goldor Palirin, mein Herr, der entsandt ward, um Ordnung zu schaffen und derlei Kreaturen und Monstren im Kampfe zu begegnen. Der Bestien Spuren führten schnurstracks einen Bachlauf entlang in den Wald hinein.
Derweil die Mittagsstund heranrückt, undt der Weg beschwerlich für die Rösser ward. Felsger Boden, vom Schnee bedeckt versperrt auf unserer Bachseit den Pfad, so daß die sich zeigende Furt den weitren Weg beschrieb. Flux hat der Weidmann das Eis überquert undt Spuren auf der andren Seit entdeckt. Die Pferde würden einbrechen das war offenkundig. So warden die Knechte angewiesen das Eis entzwei zu schlagen, um dem Herren den Weg zu bereiten.
Sichren Tritts stand Graubart in des Baches Mitte, den Herren tragend. Abgesessen stand ich noch am diesseitigen Ufer, gerade bereit dem Herren zu folgen, als tönender Alarmruf des Jägers in Schmerzensschreie überging. Kaum hatt ich den Streitkolben gepackt, da warns zwei Bestien, die dem Graubart an der Kehle hingen, ein Knecht mit Pfeilschaft in der Kehle mit lautem Klatsch ins Wasser stürzte und ein Ries dem Jägersmann den Stiefel auf den toten Laibe setzte. Der Ries war über und über mit Fell behängt und Hörner hatte er am Kopf, wie ein Daimon. Die Bestien warn Hunde, mit Rüstzeug und wilder Malerei.
Das Surren von Pfeilen hörtt ich, als zwei Mann aus dem Uferdickicht mit langen Spießen sprangen. Der Herr hieb auf die wilden Köter ein, undt hat Mühe nit zu stürtzen, die edle Lanze war entglitten und das Banner lag im Dreck. Dem ersten von den Spießträgern hieb ich mit dem Streitkolben fest in den Schädel, der zweite jedoch stieß den Herrn vom blutenden Roß hinab ins Bachbett, wo mehr von den Kötern sich krachend im eisernen Harnisch verbissen. Mit Panzerhandschuh und langem Dolch erwehrte sich der Herr, dem auch bereits ein Pfeilschaft aus dem Schenkel ragte. Ich wollt zur Hülf im stürmen doch der Ries, mehr als zwei Schritt ragt der hinauf, kam mir entgegen.
Sein erster Speerstich glitt am Schilde ab und mächtger Hieb meiner eisernen Waffe fegte ihm sein Hörnermaskerad vom Haupt, so daß der Schuft nit länger verborgen war und neuer Mut kam über mich. Doch immer noch warns vier der Spießgesellen, drey Hunde und der unverletzte Ries, dem der Herr und ich, sowie ein Knecht entgegenstanden, denn alle weitren lagen bereits im Blute, das den eisgen Bach verfärbte. Kaum hatt ich Überblick gehabt, da traf des Riesen Speer mich im Gedärm. Das End des letzten Knechts war ebenfalls gekommen, dem Banditen vor ihm hieb den räuberischen Arm er ab, doch des Köters der ihm das Genick zerbiß konnt auch er sich nimmer erwehren. Gestürzt sucht ich den Schutz des Schildes für mein Haupt, so konnt der grelle, jähe Blitz mir nicht die Augen blenden. Doch Schreck und Furcht in des Riesen Aug warn deutlich zu erkennen, als er an mir vorbeistürmt. Mein Blick der folgt ihm, undt ich sah den Herren, derweil den Sattelbäumer hoch erhoben, überm sterbend Graubart stehn. Doch hinter ihm im Sonnenschein, in leuchtendweißer Robe, ein Zauberer, wie aus dem Märchenbuche. Sein weißer Stab von Flammen züngelnd umrankt, als Hundekadaver von seiner Macht getroffen, gen Boden sanken. Doch alldieweil der Ries und mein schwerst verwundter Herr, der Goldor Palirin von Zwingern, aufeinanderprallten, da fielen beide tot beisammen, da konnt ich nur auf allen vieren dabeikriechen, wohlsehend das jedwede Hülfe zu späth kommen würd. Da gings fast an mir vorbei, daß der Rest des Übels vom Fremden ausgemerzt oder vertrieben ward, bevor die Sinn mir schwanden.

Im Mittenwalde – Zweites Kapitel

Als Erwachen bei mir war, da warns bereits fünf Tage und fünf Nächte die Fieber mich umwölkt hatten. Und immer noch lag ich schwach darnieder, im schönem Hain am Waldquell. Gute Pflege war mir angediehen, doch tief war mein Gedärm zerißen, vom rostgen Spieß, so daß an aufrechten Stand nit zu denken war.
Die Äuglein müssen fast herausgequollen sein, so großes Erstaunen legte sich um meinen im Erwachen gerad begriffnen Geist. Gar liebliche Melodeyen, kamen in mein Ohr, von Grillen und Quellplätschern und auch der Singvögel Lied war zu vernehmen. Die tiefe, milde Stimme des Zauberers war eingebettet in Ruhe und Sanftheit, als sie ermutigende Worte fand für meinen verwirrten Geist.
Doch die Lieb zum Königreich war groß, undt alles was mein Herr mich gelehret hatt, war klar in mir, des Siegmund Gesetzt offenkundig. So wars meiner Stimme zarter Klang, der angestrenget diese ersten Worte nach dem Schlachten hauchte: „Welch Sinnen auch dahintersteckt, welch Werk es auch vollbringt, der Zauber wird mit Tod bestraft, so ist Gesetztes Will!“
Kaum wars gesprochen, da wars Ohnmacht die erneut den Geist umfing undt in des Schlafes Arm, mich bettete.
Die nächsten Tage als ich schwach darniederlag, doch wach vom Geiste her, da wars lehrreich für mein Sinnen solch Edelmut zu sehen. Ganz unbeeindruckt von meiner zarten Worte, hartem Kern, ward beste Pfleg und Sorg mir angediehen. Und als Erheben ich mich konnt, da führt der Weg mich anbei der Quelle zu schönstem Platze undt dorten am edelsten Flecke zu Füßen eines Aichenbaumes, von wuchtger Gestalt, da hatt man meinen Herren gebettet zur ewgen Ruh. Undt seine treuen Knechte, die säumten ihn, auch im Gefild der Toten. Da wars Ergriffenheit die zu mir kam, denn Goldor Palirin von Zwingern weilt nicht mehr in des Lebens Schoß. Doch voller Ehr war er gegangen undt voller Ehr ward hoch gehalten er, vom fremden Manne. Tränen warns die auf ihn niedertropften als ich auf Knien darniedersank.
Da kam die Dankbarkeit zu mir undt all die Fragen die sich aufgedränget mir, die konnt ich nit weiter bei mir halten. Des Knappen Stolz der war gebrochen, undt was gelehrt ich war, vonwegen der Zauberei, das war in Frag gestellet.
So wars Myrdarion, der Zaubrer, mein Retter, der voll geduldig Hingab, all meiner Fragen Antwort gab und viel drüber hinaus.
So mußtt erfahren ich, daß da ein Zirkel im Reiche ist, der der Bewahrung der arkanen Kräftt sich verschrieben hat, doch daß ein Eid ihn bindet dem Reiche stets Schutz undt Hülfe zu gewährn, auch wenn das Reich Verfolgung angedeihen läßt. So war da vor den Dunklen Tagen, des Bruderkriegs ein Academia Magicae. Doch warns die bösen Mächte, die finstren Seyten der arkanen Kraft, die Untergang ihr brachten, undt Verführung angedeihen ließen. Da schloßen hohe Lehrmeister dunkle Packte und wandten sich wider die eignen Leut. Doch auch in jenen Tagen ging Rechtschaffenheit nit zur Gänze verlorn und so gabs tapfre Streiter der Magie, die sich erhoben um an des Königs und des Ordens Seite dem Grausen Eynhalt zu gebieten. Doch alldieweil das Streben im Ganzen von Erfolg gekrönt, so mußten die Tapfren ihr Leben laßen undt nur wen’ge blieben verstreut zurück, die der arkanen Macht befehlen zu können befähigt warn und reinen Herzen treu ergeben. Doch unter denen die viel Leydt hatten erfahrn durch zaubermächtge Kräfte, da war die Furcht recht groß vor derlei Dingen undt generells Verbot, das wurd erlassen, ohn Rücksicht, daß arkane Kraftt im Wunder der Geburte steckt. So wars nit selten, daß unschuldgen Knaben und Mägdlein, der Scheiterhaufen angezündet ward. So wurds des Zirkels selbstgegebne Aufgab, solcherart mit Zauberkraft gesegnet Kinder, zu formen ob reinen Geistes Willn. Sich im verborgnen, leise zu verhalten, um eines Tages dem Reiche Dienst zu leisten, wenn der Wahrheit Erkenntnis in der Könige Gemäuer Einzug hält.Myrdarion der Retter meines Laibes, war einer dieser Leut, undt alls was er sprach war fern von Bitterkeit, doch voll beherzter Treue, dem Reiche undt dem Volk.
So zog der Tagelauf an mir vorrüber und Erholung fand sich ein. Kräftig ward ich wieder, so daß auf Hülf nit länger ich angewiesen war. Doch Schwere an Entscheidung stand nun erst recht bevor.
Bei Rückkehr in des Onkels Hallen, die Pflichten zu erfülln und in der Wahrheit Gewandt verpackt, zu schichten, dem Retter in der Not, den Scheiterhauff, denn dies war sonnenklar, des Friedbarts Pflicht und auch die seiner Rittersleut.
Doch Heimkehr und voll Lug und Trug dem Freunde Schutz gewähren steht keinem Knappen an undt war nur ein Gedanke, bar jeder wirklich Tath.
So wars Dilemma eines werdend Ritters, Verrat am Freund wider die Treue dem Reich. Mein Ehr wars, die in Gefahre schwebtt, Treue wider Gerechtigkeit. So warns des Rittervaters Worte, die im Gedächtnis haften, die Ausschlag in mir gaben:
„Heb erst Dein Schild undt dann Dein Schwert. Denn der Schutz des Gerechten soll Dir niemals wenger wert sein, als der Wille dem Ungerechten Strafe zuzuführen!“
„Sperr Deine Ohrn auf, wenn Recht Du sprichst, denn oftmals trügt der erste Eindruck, so sprich erst wenn also umfassendes Bild Dir gewahr wurd.“
„Dein Mutter hat mit Verstande Dich geborn und nicht mit der Klinge in der Hand, so nutz ihn auch, den Verstand, um Deiner Mutter zur Ehre zu gereichen.“
Undt so entschied ich, wohl auch ob meiner Jugend, daß Urteil mir nit anstünd, doch auch daß nit gewillt ich wär, andren Leuts Urteil klaglos hinzunehmen. So also wollt ich bleiben und reifen laßen bis zum Tage, an dem ich Urteil sicher geben könnt. Weder Verrat am Reiche noch am Freunde konnt ich sehen, so daß es mir als gut erschien. Ich glaub so wars im Sinne des einzgen Herren den ich hat, im Sinne des verschiedenen, Goldor Palirin von Zwingern.
Alldieweil wars mein Bitt an den weisen Zaubrer, Myrdarion, bei ihm, im schönen Haine, weilen und lernen zu dürfen. Mehr nur als sein Andeutung übers Wesen von der Zauberei zu erfahrn. Die Prinzipien und die Regeln des arkanen Flußes zu verstehen, um seiner Worte Sinn, „daß die Magie wie das Schwerte auch vom Träger geformet wird, so daß erst dieser entscheide obs gutes oder böses Werk vollbringt“, um dieser Worte Wahrhaftigkeit zu erlauben oder zu verwehren, dies war mein Sinnen. Denn sollts die Zauberkraft an sich nit in sichselbsten bergen, daß böses muß geschehen. Wärs allein des Trägers Werk, so wärs ein jedes Ritters Pflicht, ihm Schutze zu gewährn, solang er reinen Herzens bleibt.
Wochen und Monate zogen vorbei an mir, undt Langeweil fand nit zu mir im einsamen Hain, denn trotz vielerlei Theorie wars spannend zu begreifen, und seltsam, ungekannte Neugier bemächtigte sich meiner. Derweil es herbstlich ward undt Winter stand bevor, itzund ward mir bewußt was Zeit verstrichen war, undt auch was vielerlei Erkenntnis ihren Pfad gefunden hatt, in meinen Sinnen, sodaß die Welt mit andren Augen sah mein Geist, alswie ein Jahr zuvor. In all der langen Zeit, war einmal nur ein Bursch gekommen, mit Nachricht von der Zirkel Leut, undt Myrdarion der sprach mit ihm nur kurz undt sandt ihn sogleich wieder fort. Doch dann an herrlich schönem Tag, da kam Besuch zu uns, ein alter Wandersmann, eindeutig ein Zaubrer mit langem weißem Bart, doch hat kein Blick ich für ihn über, denn Schönheit folgte ihm. Lang war ihr goldnes Haar und wehete im Wind verspielt um ihre Hüften rum, so wars ein Augenschmauß. Grün war ihr Kleid mit grauer Stickerei, undt lag gar lieblich eng um ihre Taille rum. Sie lächelte undts war um mich geschehen, denn niemals hätt ich denken mögen, daß Göttinen so feines Lächeln, hätten haben können.
Ylzindija war ihr Nam undt Karnyldimon war ihr Meister, bei dem sie Lehr erhielt. Bald eine Woch blieben sie bei uns am schönen Waldquell. Die Alten hatten viel zu reden, wir Jungen ebenfalls. Doch meiste Zeit, da tollten wir im Hain undt viele Stundt um Stundt, da war es nur, daß wir im Sonnenlichte badeten, uns reglos musterten, als würden wir verstehen, was dächt der andere in just dem Augenblick.
Doch als der Alt beim abendlichen Essen spricht, sie müßten morgen fort, da war es große Traurigkeit, die nun zur Gänze mich erfüllt. So fragt ich sie an diesem Abend, als wir alleine auf der Lichtung sitzen, wies wär astrale Macht im Körper zu verspürn, denn in den Augen die ich hätt wär sie ein Zauberweib, voll Schönheit, daß den Mann behext. Da lächelt sie undt ward ganz rot undt sprang hinauf undt rannte fort.
Nach eingen Tagen tiefer Traurigkeit, da regt sichs langsam in meines Geistes Eck, Vermutung welche, ich eingesteh es heut, ich seit des Kindes Beinen in mir einhertrug. Myrdarion hatts längst gewußt undt Ylzindija wohl auch, doch wußt er um des Schocks, so führt er mich gar langsam, damit ichs selbst erfaß. Und mit dem Winterdämmern, da dämmerts meinem Geist, daß die arkanen Kräft in meinem Körper wohnen, undt daß nicht nur in Theorie. Aus Neugier undt der Suche auf der Erkenntnis Pfaden, nach Wahrheit und Gerechtigkeit, ward Selbstversuch, den zu beenden ich nicht im Stande war.
Nach erstem Schrecke mußt ich gar erkennen, daß also mächtig alswies geschrieben steht, in alter Geschicht, der Zauber gar nicht wirkt. Das Wissen um die pure Gabe mich nit zum Hexer macht. Kein einzger zaubernder Effekte sich willig formen läßt. Ein ganzes weitres Jahr, voll Ungeduld zog weiter an mir vorrüber bevor der Zaubermeister, mirs zaubern zugestand. Zuvor warns nur die Übungen zur Conzentration undt auch der Fluße der arkanen Kraft gewesen. Doch Übung macht den Meister undt eifrig war ich, trotz all gebotner Vorsicht, denn Wachsamkeit die hat ich mir vorgenommen, auf das ich stets gefeit sei, wider die Kräfte die zu kontrollieren undt zu erforschen ich suchte.
So warns insgesamt drei Jahre die in Ausbildung ich mich befand, auch wenns so, niemals ausgesprochen ward, von mir nicht undt auch nicht von Myrdarion, meinem Lehrmeister. Mein Hoffnung Ylzindija noch mal wiederzusehen, die blieb enttäuscht. Ohn Besucher blieben wir, Myrdarion undt ich. Doch als drei Jahr verstrichen warn, da packts mich voller ritterlicher Ungeduld. Viel hatt gelernet ich, und langsam war ich sicher mir, daß wahrhaftig ich mich klar würd äußern können, wenn ich dem Throne gegenüberträte.
Zwar war es an Myrdarion mir nun auch zu erläutern, daß die Geheimnisse der arkanen Künst, man nicht in wengen Jahren, erlernen oder gar begreifen kann, doch wars an mir mein ritterlich gemeintes Wort, am Grabe meines Herren, als erfüllet anzusehen, vom Tage an andem ich mein Urteil mit Verstande gefestigt hatt. So nahete des Abschieds Zeit und des Myrdarion Rede blieb all so ritterlich alswie sie stets gewesen war. Kein Vorwurf, keine Reue, kein Mahnen wars was ich zu hören kriegt, nur guten Ratschlag, undt dies obwohl er wußt, daß zur Wahrheit ich verpflichtet ward undt nun sein Heim in Gefährdung stand. Doch lies er keinen Zweifel, daß er gewillt hier im Haine der Dinge zu harren, voll Vertrauen zu mir undt meinem Mundwerk.
Zweimal zuvor warn vom Zirkel einzelne Ausgesandt, am Königshofe vorzusprechen. Der erste, kurz nach den dunklen Zeiten, in Siegmunds Tagen wirds gewesen sein, der wurd davon gejagt. Ein weitrer Versuch, den unternahm der Zirkel vor etwa hundert Jahrn, als Michael, genannt der Eiserne König war. Damals da wurd er, fürs dreiste Ansinnen dem Reiche Dienst zu erweisen, dem Henker überwiesen, der Bote vom guten Zirkel.
So wußt ich also sehr genau, um des Wagnisses, dem ich mich verpflichtet sah. Im Frühjahr zog ich also los im Alter von achtzehn Jahrn, dem König und den Rittern die Stirn zu bieten undt unerfüllbares zu fordern.

Am königlichen Hofe – Drittes Kapitel

Mein Ankunft auf der Starkburg, war Staunen und Starren, dann Jubel undt Trubel, denn ein niemand hatte mit der Rückkehr meiner gerechnet. Warn doch weder des Reichsritters, noch seiner Knechte, noch meine Leiche entdecket worden. Vielerlei Fragen warns die über mich prasselten undt nichteinmal einzig erst vor dem König sprechen zu wolln, hielt drängelnde Fragen ab.
Undt als ich dann in großer Halle stand, die schluchzende Mutter am Rocke und auch der Vater zu Tränen gerührt an meiner Seit, da schlotterten die Knie. Denn ehrwürdig saß der Friedbart, mein Onkel auf dem goldnen Thron, und vollgefüllet war der Saal, mit Rittern und Damen, mit Pagen und Zofen, mit Schreibern, Gelehrten, Herolden und Kämmerern. Und aller Blicke warn gen mir gerichtet als des Königs tönende Stimme mich willkommen hieß und gleich im selben Atemzug aussprach die Auffordrung getreulich zu berichten, was als geschehen sei in mehr den drei der Jahre, in denen vom Kind zum Mann ich wuchs und was das Schicksal war des Goldor Palirin von Zwingern. Mit ganzem Mut und ganzer Kraft, sagt ich, daß dies was ich zu sagen hätt zuvorderst nur für königliche Ohren bestimmet sei. Da wars Erstaunen groß im Saale und allerecken Raunen undt einzig meines Vaters Blick erweichte seinen Bruder, so daß er aus dem Saale wies einjeden der da war. So blieben nur der König Friedbart und seine Brüder, der Gernot und der Talon Berthelm, welcher mein Vater ist. Und auch verweilt der Falkbert, des Gernots Sohn, mein Vetter, kaum ein Jahr älter denn ich selbst undt auch die Leugild, des Friedbarts Frau und meine Königin, blieb auf dem Throne sitzen.
Nun wars an mir, Red und Antwort meinem Herrn zu stehen, undt ganz getreulich wurds berichtet. Doch lang war ich noch nicht geendet, da war die Zornesröte wohl zu sehn, im Antlitze der Brüder, ob meiner Verwegenheit, nit gleich zurückzukehren. Doch hörten sie bis zum Schluße was zu sagen ich hat bis Urteil über mich hereinbrach.
Kurz will ich schildern was geschah, denn nur die Tatsach, daß ich meines Vaters Sohne bin und königliches Blut durch meine Adern fließt, bewahrte mir das Haupte auf den Schultern. Der königliche Bann traf diese Unterredung undt alles was in ihren gesprochen ward, nimmer sollt ich der Kräfte nutzen die ich gelehrt, nimmer sollt ich gen Mittenwalde reisen, die Kronmark sollt ich nit verlassen, ja möglichst bei der Starkburg oder im Königsstolze weilen. So schwor ichs dem Friedbart meinem König und alle andren taten ebenso.
Am Hofe war das Munkeln groß, undt zuvorderst wars die Neugier die an meine Seite trieb, doch des Königs gestrenge Worte, sorgten alsbald, das Neugier zu Furcht sich verkehrte, und bald schon merkt auch ich am eignen Laibe, wovon Myrdarion so often gesprochen hatt. Die, welche Anwesend gewesen warn die mieden mich, undt die, die nit gewesen warn nahmen Orientierung dran. So daß ich einsam im Gemache mit alten Büchern mich wiederfand. Oft dacht ich an Ylzindija undt war oft drauf undt dran, mich auf die Such nach ihr im Lande zu begeben, doch wars das Wort am Königsthron, das band mich tatenlos. Tag ein Tag aus, da lief es so, bis fester Wille mich zum handeln trieb. Ich packt ein Schwert undt gesellt mich zu den Knappen, um an der Übung ihrer Laiber theilzuhaben. Ich war ein Jüngling aus ritterlichem Geschlecht, so stands Schwert mir gut zu Gesicht. Ungläubig war des Königs Blick, doch ließ man mich auch ohne Rittervater gewährn und ich bat um keinen, undt auch keiner bot sich mir an.

Verrat in Torn – Viertes Kapitel

Derweil warns mehr denn zwei der Jahre, die am Hof ich wieder weilte, als Schicksals Fügung losschlug in donnerder Gestalt. Der Friedbart undt die Leugild, warn ohne Kinder geblieben unds war abzusehen, daß dies nit mehr passieren würd, denn der fruchtbarn Tage Ende stand bevor. So galts als sicher, daß die Königwürde würd weitergehen an Gernot und dessen einzgen Sohn den Falkbert, denn der war bereits in die Halle der Heirat getreten mit Alwa Herlind seiner Braut.
Doch da kam böse Nachricht, von Unglück undt von Leidt. Der Falkbert von Eichenhain war in Hinterhalth geraten auf einer Reise zum Hofe seiner Tante der Erlgard von Ehrgrund. Ihr Gatte war der Ludwig von Ehrgrund und der war Baron von Torn. Die Erlgard selbst aber war die Tochter des Königs Bohemund und ältre Schwester, des Königs Friedbarts und somit auch meines Vaters. Nur ein einzger vom königlichen Gefolg war entweichet, undt der stammelte wirres Zeug, so sagte man mir. Viel von Zauberei, aber auch, daß der Baron mit bei den Angreifern gewesen sei. Das konnt undt wollt der Friedbart nit glauben. Und so sandt er dreie seiner zehn Reichsritter aus und gab ihnen fünfe seiner Ritter zur Seiten mit all ihren Knappen undt Knechten und großem Gefolg. Da zogen sie gen Torn zu schaun was Sache sei. Es warn die Reichsritter Arderich von Tron, Leonhard von Leutern undt Findan von Turmfeld, die mit ihren Banner vorranritten, so sah ichs vom Turmes Erker her.
Kein Nachricht kam aus Torn, acht lange Tag. Da wurds dem Friedbart bunt undt er sandt Boten aus, zehn an der Zahl. Doch einzig einer kehrt zurück, der wußte seltsams zu berichten, er hat den Falkbert mit winkender Hand auf Burg Ehrgrund gesehn, da sei er sogleich umgekehrt um Nachricht anzubringen.
Der Friedbart tobte, wie noch keiner ihn gesehn, denn keiner konnt es sagen, wars Spott oder dunkle Zauberei. Hilflos saß der König auf seinem Throne fern, so war er fest entschloßen das Heere auszuheben undt höchstselbsten, den Dingen auf den Grund zu gehn.
Obs ein Wink des Schicksals war, vielleicht auch jugendlicher Übermut, stürmt ich in dieser Stund, ins königlich Gemach. Dreist war es was ich forderte undt nicht ganz überlegt, doch war es recht und längstens Zeit, damit nicht länger ich in Langweil mich verging.
So sprach der Knappe also, zu seinem König: „Schick mich Herr, undt gib mir drei der Tage, sollt dann ich nicht zurücksein, kannst getrost mit dem Heere kommen. Was kannst Du denn verliern, ziehst aus undt findest meines Vetters Leichnahm, dann hast Gewißheit, daß die Erbfolg in Gefahr, denn das meine Haupt zu krönen wär Verrat, an Gesetzt undt Ritterschaft. Herr entbindt mich von meinem Eid undt laß mich als dero, der ich bin den Vetter heimführn mit guter Hülf, undt sollt ich nit zurückkehren so ists kein Verlust, verglichen mit den vielen Rittersleut. Doch sollt Erfolg ich haben undt sollts gelingen mir, den Vetter heimzuführen, dann nehmet mich so alswie ich bin undt schlagt zum Ritter mich für diese Quest. Auf das nit länger verborgen bleibt, was gute Krafts ist die in mir steckt.“
Nie hatt erwartet ich, den ehrwürdgen König zu beeindruckn, mit dreister Forderung. Doch hats ihm wohlgefallen, daß mit dem Schwert ich übte mich, die Jahre lang und niemalsnicht ein Klagen kam, geschweig den Grund zur Klage, ob meines Seins. So wußtt er, daß es gut war, mich ziehn zu lassen in meiner Jugend, ums Recht mir zu erstreiten. Undt so entbandt er mich vom Eide undt gab mir drei der Tage.
Feste Wattierung streift ich über, dann nahm ich Schwert undt Schild, undt ritt, ein zweites Roß am Zügel, auf schnellem Hufe zum Mittenwalde. Myrdarion fand ich in Bälde undt hieß ihn mir zu folgen, denn auf der Pferde Rücken wollt ich Erklärung geben, denn Eile die Tat Noth. Kein Widerwort, das konnt ich hören, der Lehrmeister erkannt den Zwang der Zeit. Bis wir des abends gen Torn kamen, da hat geschildert ich, die Lag der Dinge. Der erste Tag der war vorüber undt allzu friedlich sah es aus, als späte Nacht die Wache hielt an dero Feste Ehrgrund.
So gingn auch wir zur Ruh, um mit dem Morgengrauen dem Übel auf den Grund zu gehen.Der Morgen der war kühl undt still, kein Vogel war zu hörn. Ganz leise strich der Wind die Nebelfetzen vor sich her, als allerste Sonnenstrahlen am Horizont die Wolken brachen. Feucht war der Wiesengrund als wir die Pferd bestiegen undt ich das königliche Banner meiner Herkunft im Winde flattern ließ. Langsamen Schritts gings übers letzte Rinnsal undt dann den Hügel hinauf, dem Tor entgegen.
Weit offen wars Tor undt niemand auf den Zinnen, so schiens unheimlich undt gantz undt gar unwirklich zu sein. Da packt ichs Horn undt lauter Klang sollts Zauberwerk vertreiben. So wars dann auch, denns regte sich was. Myrdarion sprach leis zu mir, er sei sich sicher, hinterm Zinnenrand verbürg sich was. So warteten wir, was geschehen mög, denn in die Falle tappen wollten wir nit. Undt da wars deutlich schon zusehen, der Falkbert stand am Bergfrieds Erker undt winkte fröhlich zu mir rüber. Da wars die volle Freude undt Sporen wollt ich geben, um schnell den Vetter, den Prinzen im Arme zu halten undt sicher heimzugeleiten. Doch itzund hat Myrdarion mein Zügel in der Hand undt hieß mich warten was geschehen mög. Nur Mühsam konnt ich mich bezügeln und winkt dem Vetter herzukommen. Da dauert es nen Augenblick, der wie die Ewigkeit erschien. Da kam der Falkbert in den Hof undt Ludewig von Ehrgrund, der Baron kam gleich dabei, doch sonsten wars wie ausgestorben undts schien wie Zauberei. Kein Knecht, kein Huhn, kein Laut zu hören, da kommen sie beide als sei nichts geschehen. Da wars Mißtraun in mir groß. Doch da, der fröhlsche Ruf des Vetters, doch geschwind herbeizueiln zerstreut die Zweifel wie ein Blitz. Da wars erneut Myrdarion der fest zurück mich hielt. Bestimmt sprach er zu mir undt sagts was Wahrheit war. „Der Prinz steht unter Zauberbann, den werd ich nun befrein, doch muß ich schnell berühren ihn, so halt in Schach was auf der Brüstung steht undt auch den Herrn Baron.“ So also schritten, abgesessen, wir langsam aber festen Wills durchs Tor, wohl eingedenk all der Gefahr. Noch warns zwei Schritt bis hin, da stürmt ich vor undt rammt dem Ludewig den Schilde untersKinn. Kaum war er umgestürzt da wirbelt ich herum, das Schwert gezogen kein Moment zu früh, denn von der Brüstung sprang die Höllenkreatur. Ein Daimon wars mit blutigem Gehörn, undt ekelhaftem Sabber, der von den Leftzen trieft, in grünlichgelbem Ton. Die Haut war gänzlich violett von dunklem Glanz erfüllt. Schwarz warn die Krallen undt sein giftger Atem auch. Behände fand ich Deckung unterm Schilde, um meiner Klinge Hieb dem Monstrum in den Rumpf zu führn. In meinem Rücken war Myrdarions Befehl, im selben Augenblicke, da war der Zauberbann gefallen undt Falkbert zog sein Schwert. Vom Ludwig hört ich nimmer was, denn der wars Zornes erstes Opfer, daß Falkbert sich gesucht. Schon stand er mir beiseiten, wider des Daimons Krallen. Nur Schnelligkeit wars die mich rettete vor des Daimonen Wut. Bald wars des Vetters Klinge, bald meine die dem Ungetüm zu Laibe rückte. Doch da wars der Myrdarion, des laute Kehle rief, ich soll doch ablassen vom Feind undt neuer Gefahr mich stelln.
Ach Schicksal, oh Götter was wünscht ich heut, ich wär weiter beim Daimon verblieben undt Myrdarion hätt den Falkbert fortgerufen.
Doch so folgt ich des Lehrmeisters Ruf undt sah vom Turme her den Arderich von Tron undt seine Ritter, schweren Schritts langsam kommen, alle achte an der Zahl. Dem einen hings Gesicht in Fetzen, dem andren fehlt der Arm, von böser Macht warn sie beseelt, wie Widerganger. „Aufhalten mußt Du sie, wie Du hasts gelernt!“, war Myrdarions Befehl. Groß wurd die Conzentratione tief in mir drin, als meine Lippen formten den zauberkräftgen Befehl. Das Schwert beiseitgestecket, kam Flammenkraft geschoßen aus meiner erhobnen Hand undt einer aus der Reihe war brennend verurteilt zu vergehen. Die Zeit war knapp, doch einen zweiten konnt in Flamm ich setzen, bevor sie bei mir warn, dies war des Leonhard von Leuterns traurig End. Da prasselten die Hiebe von ganz unheimlich Kraft. Denn Ausdruck lag gar keiner in ihrem arm Gesicht. Die Tränen liefen meine Wangen hinab, doch war es nicht des Mitleids Zeit. So hieb undt hieb ich wieder auf ihre Glieder ein. Vom Daimon her da hört ichs Fauchen undt Schrein, doch blieb mir wenig Zeit. Noch immer warens viere undt des Arderich Leichnahm hielt wuchtgen Bidenhänder hoch erhoben. Gewaltger Schlag wars der auf mich niederprasselte. Gebrochen war mein Schild, gebrochen war mein Arm. Da schien die Niederlag gekommen.
Mit Windeskraft, in magischem Gedank geformt, ward untoter Knochen durch den Hof gewirbelt. So verschuf Myrdarion sich selbst, aber auch mir die nötge Zeit. Des Schmerzes Kraft mit eisernem Will besiegt, stürzt ich ihnen nach undt zerlegt den Körper des Arderich von Tron bevor noch er erhoben war. Auch den letzten Dreien gings zu Ende, den Groß war meines Zornes Kraft. Mein Schwert wars, daß das tote Fleisch vom Knochen hieb undt diese dann entzweibrach.Erschöpfung wollt mich übermannen, denn tiefe Schnitte hat ich an beiden Beinen mir zugezogen im schlachtenden Gewühl, doch als mein Blick den Falkbert sah, da wars wie weggeblasen. Am Boden lag er regungslos, vom giftgen Atem ganz betäubt. Der Daimon allerdings, der war in festem Bannkreis eingekerkert und geiferte undt heulte laut undt sprach gar gräßlich Drohungen. Myrdarion war schwer erschöpft doch war sein Werk noch nit vollbracht.
Kaum war ein kurz Moment von Stille eingekehrt, da hat der Zaubermeister Myrdarion bereits begonnen, dem Scheusal endgültig den Garaus zu bereiten.
Derweil da bett den Vetter ich auf seinen Mantel undt hab die Hoffnung nit verlorn im Rettung darzubringen. Ganz bleich so liegt er da, fast grünlich im Gesicht. Daimonische Wunden an Schulter, Brust und Bein.
Myrdarion vertieft in zauberhaften Sang merkt nichts von dem was rumgeschieht, auch nit, daß neues Unheil naht. Vom Bergfried her, naht nun die Erlgard meine Tant. An ihrer Seit ein junger Mann in rote Roben eingehüllt. Bleich im Gesicht mit fiesem Blick, geschoren war sein Schädel. Auf Myrdarion hält er zu, da trett ich keck dazwischen, den Schwertgriff fest umschloßen mit der unverwundten Hand. Da schnürts die Luft mir zu noch eh ichs Zauberwerk bemerk undt leises Lachen kommt vom fremden Zaubermann. Doch täuscht er sich, denn auch meinem Blicke, ists arkane Inne. Und eh ers vor Erstaunen merkt, ist böse Zaubermacht gebrochen. Mit frischer Luft da hieb ich ihm das glatzge Haupt vom Rumpfe. Da spritzt das Blut undt tot liegt er danieder. Der Tanten Haß ist klar zu sehen. Flink eilt sie zu dem Bannkreis hin den Daimon zu befreien. Mein Schwert das fliegt ihr nach undt richtet sie im Rücken; so bricht sie vor dem Bannkreis ein undt des Daimons letzter Funken Hoffnung war erloschen.
Hoch am Himmel steht die Sonn, als teuflischer Gestank, vom Erdboden ist fortgetilgt, undt dere Daimon ist zurückgefahrn in seine finstre Höll. Myrdarion ist schwer erschöpft, undt mir ists auch nit wohl. Der Falkbert aber immer noch liegt ohn Besinnung nieder.
Die Burg war leer, kein einzger Knecht zu finden, kein Lebender undt auch kein Toter. Selbst vom Ardon von Ehrgrund, welcher ein Vetter, sowohl des Falkbert, als auch meiner wahr, fehlt jede Spur. Des Ludwigs und der Erlgard Sohn, zwei Jahre älter denn ich selbst, der blieb verborgen und that gut daran, so warden wir ihm nit gewahr.
In Turmes Spitze ist jedoch ein schrecklich finstrer Ort. Hier wurds Beschwörungswerk begonnen, hier fand der Daimon seinen Pfad in diese Wirklichkeit. Der Fackel Feuer tath ihr Werk undt brannt es alles nieder, das Wissen von der Niedertracht, von böser Zauberei. So ging der zweite Tag zur Neige.

Der Ritterschlag – Fünftes Kapitel

Am nächsten Morgen wars Zeit zum Aufbruch um zurückzukehrn zur Starkburg, damit dem Falkbert Hülf würd angedeihen können. Auf eilig gezimmerter Trag verbrachten wir ihn und schritten nebenher. Beschwerlich war die Reise, doch frohen Muts ich war, trotz all der wahrn Besorgnis für Falkberts Schicksal auf der Bahr. Die Augen hatt noch nit geöffnet er. Myrdarion sprachs was mein Vermutung war. Schwach war sein Will geworden durch den Zauberbann, jetzt war daimonsches Gift hineingedrungen in den Laib undt hatt ihm seinen Lebenswill geraubt. Oft mußt wir Pause machen, voll Sorge für den Freund, denn zahlreiche Krämpfe warns die schüttelten ihn. Düstre Nacht wars, als zur Starkburg wir gelangten. Myrdarion wies ich draußen Wacht zuhalten, bis daß ich käm ihn holen.Voll Erstaunen wurd Einlaß mir gewährt. Der König undt sein Ritterschaft gar eilig aufgeweckt. Warn alle doch sehr früh zur Ruh gegangen, um in der früh das Heer in Gang zusetzten.
In Bälde doch wars hell erleuchtet in der Feste meiner Ahnen. Im Thronsaal wurd der Falkbert aufgebettet, sogleich die Heiler hergerufen und auch die Alwa Herlind, des Falkberts Braut.Ohn weitres Zögern schlug König Friedbart mich zum Ritter, vor versammelter Rund undt kein einzger erhob Einspruch.
Als dies vollbracht sollt nun erzählen ich ganz frei heraus die wahrhaftig Begebenheit, so war des Königs Wort. Doch erbat ich mir Geduld ein Augenblick undt ging kurz fort Myrdarion zu holen. Kaum hatte betreten ich mit ihm, die feine Rund, da wars ein Aufruhr undt Geschrei. Undt einige die wolltens nit dulden einen Zaubrer im Thronsaal. Drei aus der Runde der Reichsritter warns, die waren sehr erbost. Es warn der Bernhelm von Waldbrunn, der Arian von Farnham und der Helmfried Tarion von Silberfels, die wollten dem Gesetz genüge tuhn undt gleich an Ort undt Stelle, ihn erschlagen noch ohne Königswort. Doch da war ich dazwischen undt hielt des Ritters schützend Hand, für den der unter meiner Obhut stand. Myrdarion selbst, blieb reglos stehn undt macht kein Anstalt zur Verteidung, so groß wars Vertrauen in mein Wort.
So kreutzt ich noch in selber Nacht des Ritterschlags die Kling mit Bernhelm von Waldbrunn in ehrbarem Gefecht, Myrdarions Leben zu bewahrn.
Der Bernhelm war im Nachtgewand, das Schwerte umgegürtet. Ich hat den linken, gebrochnen Arm in Schlinge undt mein wattiertes Wams war nur aus Fetzen. So standen wir gegenüber.
Mit Kraft undt Eleganz schwang Bernhelm seine Klinge. So hat ich Müh mich meiner zu erwehrn, doch Treffer konnt er keinen landen. So fochten wir von einem End des Saales bis zum andren. In Bedrängnis war ich, als Bernhelm sein Schwert mit beiden Händen packt undt voller Kraft auf mich herabschlägt. Mit Müh nur kann ich ihm entweichen. So schlägt es tief hinein ins königliche Tafelwerk aus Aichenholze undt steckt dort festen. Da hol ich Luft undt ruf ihm zu, er solle nur in aller Ruh das Schwert herausziehn aus dem Holze. Da ists Erstaunen groß im Saal, denn so tief steckt die Klinge, daß in des Kampfsgetümmel, unmöglich wärs herauszuziehn die edle Waffe. Mit beiden Händen, den Fuße auf dem Tisch, gibts Gebälk knarrend dem Bernhelm seine Waffe wieder. Doch umso mehr wars Zorn, vom Jüngling vorgeführet, sodaß ich widerrum in Defensiv mich widerfand. Kein Standhalt war den mächtgen Schlägen, des altverdienten Recken. Alsbald wars Wand in meinem Rücken, als mächtger Hieb mein Schwerte barst. Dochs Schicksal war mir hold, undt Splitter vom geborstnen Schwerte warns, die Bernhelm niederstreckten. Blutend am Schädel lag er nieder und der Sieg war mein; kein schöner, denn ein trefflicher Ritter des Reiches, der Bernhelm von Waldbrunn war tot, obwohl kein einzger meiner Hiebe ihn getroffen hatte.
Da war Trauer im Saale undt keiner wagte ein Wort. Da wars des Königs Stimme, die den Drachen pries undt Worte fand, die dem Bernhelm gerecht waren. Undts Bernhelms Wappenbanner ward genommen undt er wardt zugedecket.
So stand Myrdarion unter meinem Schutze undt alle Ritter sahns als Zeichen, nun wars des Königs Los Myrdarions Schicksal zu entscheiden, doch dieser wies, so weise wie er war, mich an nun schließlich zu beginnen die ganz Geschichte zu erzähln. So sollts sein undt bei des Knappen Queste sechs Jahre schon zuvor, begann nun mein Erzählen, auf daß ein jeder Ritter auch verstünde. Nichts lies ich aus undt berichtete getreulich. Undt als nach langer Rede geendet hat ich nun, da war ersteinmal Schweigen, undt aller Blicke warn aufs Königs Antlitz ausgerichtet.
Lang war des Königs Rede, denn drei der Jahre warns gewesen in denen, ers der Ritterschaft verschwiegen hatt, was mit mir war. So wars nun des Königs Wille den Myrdarion zu befragen, doch sollt dies nit allein geschehen, sondern im Kreise der Reichsritter. So wies er mich fort undt nit erfahrn hab ich, was nun gesprochen ward in trauter Rundt. Selbst min Vater, der Talon Berthelm mußte weichen. So blieben nur der Gernot, welcher auch im Bunde der Reichsritter war, sowie der Arian von Farnham, der Helmfried Tarion von Silberfels, der Hartmuth von Rabenmund, der Odulf Erian von Eulengrund und die Sieglind von Sternenschlucht.Undt erst im nächsten Morgen, da wurdt verkündt, was Friedbart undt seine verblieben sechs Reichsritter in Eintracht beschloßen hatten. Mein Ritterschlag war rechtens undt Myrdarion sollt fortan unter meinem Schutze stehn, so sei es ihm erlaubt zu weilen, wo immer auch ich weilte, doch alle Zauberei, von anderer Gestalt sollt ferner unter Strafe stehn, alswie zuvor. Für all arkanes Ding, daß aber ginge aus, von meiner oder Myrdarions, sollt ich alleinig die Verantwortung tragen undt Rechenschaft schuldig sein. So war der Reichsritter Urteil im Jahre 10 des Königs Friedbart, welcher in spätren Jahrn der Einsichtige genannt ward.

Des Falkberts und des Thrones Zukunft – Sechstes Kapitel

Noch der Ritter einer, noch der König, noch Myrdarion gesprochen hat jemals mit mir, was Ausschlag gab in jener Nacht, doch glaub ich, daßs der Gernot war, des Schiedsspruch alle nahmen. Dann zog man doch gen Torn, zu schaun mit eigenm Aug was Sache war undt Kronrath abzuhalten binnen einer Woch. Den Toten, den ward Ehr zuteil, denn viele gabs zu beklagen.Der Hagmann Adalar von Tron war sehr erbost. Er war Baron in Tron undt Ludwig von Ehrgrund war sein Nachbar gewesen, dem der Arderich von Tron sein ältster Sohn zum Opfer gefalln war. Aber für den Edward Silk von Ehrgrund, des Ludwigs Bruder am Zwingernhofe, konnt keine Schuld gefunden werden. So wurd dem Reste der Familie Ehrgrund, kein Urteil gesprochen, doch die Baroney sollten sie nit wieder kriegen, so wurd das Torn zerschlagen undt ein Teil ging an Tron, den Hagmann Adalar zu besänftigen. Der andre Teil ward zur Kronmark Torn undt Hartmuth von Rabenmund, der Reichsritter einer, wurd Kronvogt dorten.
Doch Gefahr war längst noch nit gebannt. Der Thron war in Gefahr, das konnt ein jeders sehn. Drei Söhne hatte Bohemund, den Friedbart, den Gernot undt den Talon Berthelm, meinen Vater, als legitime Erben hinterlaßen. Der Friedbart, war gänzlich kinderlos geblieben, des Gernots Sohn der Falkbert lag im Sterben undt ich war legitim nicht mehr genug. So war es beten undt bangen an des Falkberts Ruhebett undt beste Pflege wurdt zuteil. Die Alwa Herlind aus dem Hause Erbnacht, sein treue Gattin, die wachte Tag undt Nacht. Undt als zwei Wochn verstrichen warn, da regte sich der Prinz undt schlug ganz sanft die Augen auf undt Freude wurde Fest. Dochs Hügel Gipfel war noch lange nicht erklommen undt lange siecht er hin, der tapfre Sproß von Königen. Drei lange Monate währte des Falkberts Siechtum, undt als dann wieder Neumond kam, da war der Prinz schon tot.
Nun war der Kummer groß; ein Monat war die Trauerzeit undt viele kamen hergereist, dem Edlen Jüngling letzt Geleit zu geben. Doch war die Trauerzeit noch gar nicht rum, da war die freudge Nachricht, des Falkberts Samen hat gefunden in seiner Gattin Schoß.Itzund wars ein langes Bangen, obs ein Knabe würd undt ob er frei vom bösen Gift des Daimons sei. Undt acht der Monate, nach Falkberts Tod, da blickt der Gunthers Licht der Welt undt Freude die war groß. Drei Wochen, da war Fest im Reich undt alle waren stolz. Der Gernot auf sein Enkelkind undt alle andren auch.
So kehrte wieder Ruhe ein im Königreiche Galladoorn, doch in mir drin, da wars zerwühlt. All ritterliches Streben, das ich hatt, war von Erfolg gekrönt, mit Myrdarion undt mir wars Eintracht hier am königlichen Hof. Dochs Streben meines Herzen war nun verdammt. Ylzindija ging nicht aus meinem Sinn, so wars nunzwar erlaubt Myrdarion Schutze zu gewährn, doch wars auch meine Pflicht ein jeden andren mit magischer Macht vors Gericht zu zerrn oder gar selbst zu urteilen. So war es mir verwehrt auf Such zu gehen nach ihr undt nichtmal heimlich konnt ich Treffen die Blüte meines Herzens.Vier Jahre zogen so ins Land, ich blieb der Sonderling, nur wenige nannten einen Ritter mich, die meisten sagten Magikanus. Dann ward der Friedbart krank undt starb im vierzehnten Jahre seiner Regentschaft. Doch noch zuvor am Totenbette, da schickte er nach Myrdarion undt sprach zu ihm: „Wie in alten Zeiten vor dem dunklen Zeitalter, soll es am Königshofe fortan einen Hofmagier geben, ich nehm Dich fort vom Gerbald seinem Schutz undt stell Dich unter meinen.“
So ists geschehn undt Gernot, genannt der Greise ward gekrönt undt neue Hoffnung strömte in mein Herz. Doch Gernot verwehrte meinen Wunsch, so kurz nach seines Bruders Tod. So sprachen wir nicht mehr davon.

Von Knappen und Questen – Siebtes Kapitel

Doch Gernot war kein gutes Jahr König im Reich, da droht im neue Entscheidungstath in Bezug auf Zauberei.In Dornja, einer Stadt die liegt in Nordwest der Kronmark, da war der Rodegar von Dornja, seiner Familientradition gemäß, der Stadtverweser. Doch seinen Sohn, den Ubald, den hat zur Starkburg er geschickt, vier Jahre schon zuvor, in Pagendienste stand er, die Knappschaft stand ins Haus.Doch dieser Knabe Ubald, war stark an magisch Krafft. Myrdarion hatts lang gewußt, undt tahts beobachten doch nun sprach er es aus. Dies war so stark gelegen im Ubald seinem Kern, daß nit würd blieb verborgen, daß brechen würd hervor. Trotz dessen jungen Alters von gradmal zwölf der Jahrn, war Myrdarion sich sicher der ahnt vom Schicksal Lauf. So schickte mich mein König, mein Urteil nachzufragn, dann rief er auf zum Ritterrath, auch Kronrath wollt er hörn undt schließlich dann wars Urteil. Der Ubald sollt gelehret werd von meiner Hand. All Krafft die sollt gelenket werden, in gute, edle Bahn. Er sollt werden ebenfalls so ritterlich alswie ich mich bewiesen hatt.So kam der Ubald in die Knappschaft unter meiner festen Hand. So wars auch gut für mich denn, so kriegt ich Beschäftigung undt hatt nit mehr die Zeit, zu denken Tag für Tag an goldnes Haar im lauhen Wind undt wunderschönen Gang im Sonnenschein.Kaum hat den Knappen ich ein Jahr, kam zweiter schon dabei. Aus Herzfeld kam er undt war gerademal erst zehn. Anselm Balduin von Erbnacht war sein Nam undt sein Familie im Dienste des Barons, Gidion Regolan von Herzfeld. So wars der Herr Baron der selbstens an die Starkburg kam, den kleinen herzubringen. So hatt der Anselm bereits nun ein Zauberwerk vollbracht, daß in des Herzfelds Rittersaal ein jeder hatt gesehn. Das Schwert der Ahnen, das war vom Hacken fortgeschwoben undt krachend dann herabgefallen vor aller Augen auf die Tafel undt sicher war man, daß dies Knaben Werk.Groß warn die beiden in der Krafft undt eifrig noch dabei, so mußt ich oft die Theorie mit Myrdarion mir teiln. Trotz all dem magischen Geschick, daß in mir inne ist, bin ich doch mehr ein Rittersmann, als denn ein Zauberer. Doch Anselm kam alsbald, mehr nach echtem Zauberer, was keinem wohle war. So kürzt ich ihm die Zauberzeit, wenn er nicht mühte sich, im Schwerteskampf undt in den Tugenden, nach Ubald seinem Vorbild. Doch Ubald, bald war der kein Vorbild mehr in magischem Geschick. Der kam schon eher nach mir undt stetig gings vorran mit ihm, daß ich zufrieden ward. Dem Anselm allerdings, dem mußt ich Demut lehren, ob seiner Geburtesgabe. Inzwischen war er vierzehn Jahr, undt Hochmuth in Person, da war es an der Zeit den Burschen zu erziehn.Der Odulf Erian von Eulengrund, der Reichsritter einer, der hatt Queste vor zu ziehn nach Allerland. Ein ganzes Jahr wollt weilen er am dortgen Königshofe, zu festigen das diplomatisch Band. Da wurd der Anselm beigeschickt die Demuth zu erlern. Denn es erkennt der Rittersmann an Tugend den eignen Bruder, nit am Schwert.Undt als der Anselm forten war, da hatt ich gleich mehr Luft. Da ritt mit dem Ubald, zur Quest ich aus, um Weltenluft zu spürn. Von Waldbrunn aus nach Vallconnan, dem König Gruß zu senden freundschaftlicher Natur. Unterstützung dort zu leisten, der Orken fiesem Drängen, an alter Grenzenwacht. Als Unterstützung war geleistet, da gings gen Etraklin. Die waren auch im Kriege in Kirson mit Thaskar. Da konnte keine Hülf ich leisten die angemeßen war, so wandt ich mich nach Süden zurück nach Galladoorn.

Ein unerwartet Wiedersehn – Achtes Kapitel

In Herzfeld dem Baron warn wir zu Gaste an feierlichem Ball. Ein Verlobungsfeier wars, vom Darold Theoderich von Starken und der Freifrau Mildred Laria von Herzfeld, des Barones Nicht. So kriegtt der Ubald den letzten Schliff der Minne undt im gesellschaftlichen Treiben, was noch von Nöten war. Kaum warn wir in dem Ballsaal zum Tanze hergemacht, da war der Knapp verschwundn undt ward nit mehr zu sehen. Die Leonora, aus dem Hause Silberfels, dem Helmfried Tarion seine Tochter, die hatts dem Ubald angetan undt so warn beide fern dem Tanze im Garten zur Zweisamkeit verborgen. Ich wußt um der Brisanz, war der Helmfried Tarion von Silberfels, doch der dreie Reichsritter gewesen einer, die Myrdarion keine Duldung geben wolltt. Doch mehr als Sorge wars der Neid, der in mir Aufkeim fand. Fünf der Jahre war Ubald mir schon treu, undt langsam wuchs der Knab zum Mann heran, so wollt ich Zeit ihm lassen, die Gefahr allein ihn meistern undt sucht am nächsten Tage die Einsamkeit. Allein ritt nun zur Jagd ich aus, in Herzfeld in die Wälder. Jagdglück, das war mir nicht beschieden, denn Regen prasselte herab, doch Umkehr die war nit mein Weg, so ritt undt ritt ich fort in tiefen, düstren Tann. Undt des abends Stundt, da kam ich zu ein Hügels lichte Kupp undt Himmel, der riß auf undt Sonnenschein wars, der auf mich niederschien. Da hatt ich weiten Blick, der konnt nun schweifen bis an den Horizont. So konntt nun Rauch ich sehn, da mußt ein Feuer oder gar ein Hütt sein Plätzchen habn, im tiefen Forst. So lenkt mein Roß zu diesem Ort ich hin. An kleinem Bachlauf war ein Weg, undt Kräutergärtlein war zu sehn. Da ritt ich durch die Furt, undt folgtt dem Pfad undt kam zur Hütte hin. Da erschallts vom Rücken her, „Ich hab lang auf Dich gewartet.“
Fast fünfzehn Jahr warn schon verstrichen, doch mein Herz war sichrer denn je zuvor. Ein Kleid von grauem Stoff mit grüner Bord undt grünes Tuch um Schulter undt Haupt gelegt verbarg all jene Lieblichkeit von der geträumt ich hatt mein Lebtag lang. Da wars die große Freud die jubelnd Einzug hielt in meinen Geist, doch auch des Gernots Wort, mein Ritterliche Pflicht die hämmerte auf jedwed Gedanken ein, so daß ich mehr verschreckt als wie verdattert stand, nur mühsam in Gewalt die Lieb zum Reich, die widerstreitend stritt zur Liebe meines Herzens. Sie kannt mich gut genug undt wußts sofort genau, daß nit Myrdarion mir diesen Pfad gewiesen hatt, sondern des Schicksals Lauf. Da wars gerechte Wuth die in ihr hochkam undt mir das Haupte wusch. Ich wußt weder hin noch fort undt konnt nur stammelnd sagen, daß ich doch stetig nur an sie gedenket hätt undt das die Pflichts verboten hätt undt das es nun mein Pflichte sei sie vor Gericht zu zerrn. Das hätt wohl besser ich nit gesagt, denn so kam harte Stund, denn all das was sie sprach hatt Hand undt Fuß undt war gerecht, doch wider meine Pflicht. Da schallt sie meine Pflicht mit hartem Wort undt sprach von unsrem Glück das hätt wir haben könn, verborgen in des Waldes Schutz.
Die ganze Nacht war Wechselbad von Streith undt Lieb. Nie hatt ich zuvor ein Frauw ohn Stand solch Rede führn hörn, voll Kraftt undt Wissen um Gerechtigkeit. Sie wußt schon sehr genau, was ich getan undt was gelassen hatt in all den Jahrn undt schallt mich ob so vielerlei undt auch das ich den Anselm nach Allerland geschicket hatt, wo ich nit einmal selber wußt was dort geschehen könnt, mit dem der die arkane Macht im Laibe trüg. So wars ein hin undt her, doch in des Herzens Tief, da wußt ich das es Recht war das sie hatt, doch konnt ich keine Rede führn wider des Königs Wort.
So ritt ich in der frühen Morgenstund von dannen, ohne sie. Gewalt, die wärs gewesen, die hätt ich nutzen müßt, um sie zu bringen zum Urteil vor den Thron. Da war ich nit im Stande undt ritt allein zurück.

Des Fürsten Wort – Neuntes Kapitel

In Herzfeld wars Unheil auch im Gange, denn Helmfried war erbost, ob meines Knappen Dreistigkeit undt sein Tath war die mein. Ich sprach zu ihm ich müßt erst an den Königshof, dort Buß zu thun bevor ich zur Verfügung ständ. Das war ein gut Entscheidung wie sich zeigen sollt, zum Wohl vom Helmfried Tarion von Silberfels undt meinem auch.
Nach Ankunft auf der Starkburg, führt meines Weges Schritt mich sogleich vor den Königsthron, dem Gernot sogleich zu berichten, was ich verbrochen hatt. Glück wars, daß der Fürst zur Stund am Hofe weilte undt so erfuhr aus erster Hand, was war geschehen. Der Gernot mein König war nit so sehr erbost, wie ichs erwartet hätt. Kurzum ein neu Gesetz, das wurd geschaffen, daß der, der der arkanen Kräftte mächtig, nur dann zu verfolgen, wenn gesehn ward, daß die Kunst verwandt ward oder daß sie sich brüsten mit dem, was ihnen zu eigen. Doch auch wurds klar, daß Gernot keine Zaubrer vom Zirkel würd dulden wollen, in den Dörfern undt Städten. Daß dies nur gelte wenn sich die Zaubrer weiter im verborgnen halten. Auch sollt ich weiter meinen Pflichten treu ergeben undt mich nicht der Tummlung in der Wälder Mitte wiederfinden.
So wars auch das Sinnen des Rodran II von Zwingern, des Fürsten, der lang undt oft auch mit Myrdarion allein gesprochen hatt. Auch der Helmfried Tarion von Silberfels wurd besänftigt, der Fürst sprach selbst mit ihm undt ausgestanden war die Sach. Warum auch immer ich wußt es nit.

Im Allerland – Zehntes Kapitel

Doch in Gedanken war ich selbst so sehr, daß ich nit viel darüber nachdacht, denn all mein Sinnen war bei dem was Ylzindija zu mir gesprochen hatt. So lies den Ubald ich in Königstolz in Obhut von Myrdarion undt zog gen Allerland Ausschau zu halten nach Anselm Balduin von Erbnacht, meinem zweiten Knapp, den dorthin gesandt ich hatt mit Odulf Erian von Eulengrund.Ich war doch sehr nervös, hatt nur aus andrer Leuts Erzählung ich gehört, wies in dem Allerland es einem tuht ergehen, wenn man mit astraler Krafft geborn ward. So wars mir selbst viel mehr bewußt, wo selber ich die Reise antraht, alswie als ich den Knapp dorthinsandt.
Kurzum so wies dem Knapp ein Lehr gewesen war, so taths auch mir zur Lehr gereichen. Alsbald trath ich den Fluchtweg an, gemeinsam mit dem Knapp, hinaus aus diesem seltsam Land voll Kopfschmerz und Sinnenwirrung.
So kams, daß der Anselm und ich zueinander fanden, zum Nutzen für des Knaben künftges Thun, zu meiner Ruhe ebenfalls.


Die Gerbaldgeschichte ist leider immer noch nicht fertig, dennoch werden weitere Kapitel in Kürze folgen. Für Fragen wendet Euch an kviehoefer@drachenreiter.de.

Alle Charaktere im Überblick

Bohemund von Eichenhain König, Vater von Erlgard, Friedbart, Gernot und Thalon Berthelm
Erlgard von Eichenhain ältere Schwester Friedbarts, Gattin Ludwigs von Ehrgrund, Mutter Ardons
Ludwig von Ehrgrund Baron von Torn, Gatte Erlgards
Ardon von Ehrgrund Sohn Ludwigs von Ehrgrund
Friedbart von Eichenhain König
Leugild von Eichenhain Gattin König Friedbarts
Gernot von Eichehain König, Reichsritter unter König Friedbart
Falkbert von Eichenhain einziger Sohn König Gernots
Alwa Herlind von Eichehain Gattin Falkberts, gebürtige Erbnacht
Gunther von Eichenhain König, Sohn Falkberts
Talon Berthelm von Eichenhain Bruder der Könige Friedbart und Gernot, Vater Gerbalds
Gerbald von Eichenhain Sohn Talon Berthelms, erster Magikanus
Ubald von Dornja Knappe Gerbalds, zweiter Magikanus
Anselm Balduin von Erbnacht Knappe Gerbalds, dritter Magikanus
Gregor von der Starkwacht Knappe Gerbalds, vierter Magikanus
Galadan von Grünwied Knappe Gerbalds, fünfter Magikanus
Arderich von Tron Reichsritter, Tod in Torn 10 Friedbart, Sohn Hagmar Adalars
Leonhard von Leutern Reichsritter, Tod in Torn 10 Friedbart
Findan von Turmfeld Reichsritter, Tod in Torn 10 Friedbart
Bernhelm von Waldbrunn Reichsritter, Tod in der Starkburg 10 Friedbart
Arian von Farnham Reichsritter
Helmfried Tarion von Silberfels Reichsritter
Hartmuth von Rabenmund Reichsritter, Kronvogt zu Torn
Odulf Erian von Eulengrund Reichsritter
Sieglind von Sternenschlucht Reichsritterin
Goldor Palirin von Zwingern Reichsritter, Gerbalds Rittervater, Tod im Mittenwald 4 Friedbart
Rodran II von Zwingern Fürst von Zwingern
Hagmar Adalar von Tron Baron von Tron, Vater Arderichs von Tron
Edward Silk von Ehrgrund Freiherr, Bruder Ludwigs von Ehrgrund
Gidion Regolan von Herzfeld Baron von Herzfeld
Darold Theoderich von Starken Gatte Mildred Larias von Herzfeld
Mildred Laria von Herzfeld Freifrau, Nichte des Gidion Regolan von Herzfeld
Leonora von Silberfels Tochter des Helmfried Tarion
Rodegar von Dornja Vater des Ubald
Myrdarion erster galladoornscher Hofmagier
Karnyldimon erster zwingernscher Hofmagier
Ylzindija Karnyldimons Lehrling, Gerbalds große Liebe

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