Der Wackere Wolfram

Höret nun ihr Leute was sich hat zugetragen, zu einer Zeit, da das Böse stark war in den beiden Reichen, und Mutige Männer, mit Liebe im Herzen für die Wahrheit stritten.
Einer von größter Tapferkeit war Wolfram, genannt der Wackere, Seraph der Gemeinschaft des Drachen und ein Mann von Ehre und Gerechtigkeit. Stets bereit zu Opfern seinen Leib für die Spiritualität seiner unsterblichen Seele. Rechtschaffen allzeit und und Barmherzig zu denen die dem rechten Wege sich zuwanden und doch ganz frei von Eitelkeit ob seiner großen Taten.
Eben jener Mann war es, der mit Brüdern seines Glaubens durch die Marken des Königreiches Zwingern zog, auszumerzen, was auch immer Gezücht dem Lichte sich verbarg. Und so kams an jenen Tagen, das er und seine Mannen, drei Banner an der Zahl, sich aufmachten um gen Hexenzacken anzuschreiten, im Norden des Reiches, ein Berg von dem es hieß, dort würde Übeles betrieben. Die Bauern hatten es geflüstert, die Krähen hatten es gesungen und der reinen Männer Herzen hatte sie geführt.
So zogen sie zum Nordend hin, wo Hexenzacken lag, und je näher sie dem Orte kamen, umso finsterer verhang sich gleich der Himmel. Die Vögel wurden leiser und der Wind glich leisem Todeshauch wohl in den Bäumen. Die Mannen zogen mutig doch voran, gewahr sich des Wolframs Gegenwart, Held und Führer ihrer Herzen in so mancher dunklen Schlacht. Und jener war noch niemals feige gestockt vor übel oder Horror gar.
So zogen sie und kamen an, an eines Berges Rücken. Geziert wär Heuchelei, gekrönt geprahlt, wohl eher krankhaft überschattet von einer Feste finster wie die schwärzeste Nacht. Und auf ihren Wällen Ungetüme, teils Mensch, doch fürchterlich entstellt, und lebend Tote rings umher, die taumelnd dem Morast entstiegen, oh grausiger Anblick für der Helden Augen.
Doch wieder hieß der Wolfram sie nicht schaudern, macht seinem Namen Ehr und sagt voran ihr Tapferen gegen dies Ungemach. Und wacker wirft er sich entgegen, den Weg hinan zur Feste rauf, und ringsumher die Toten regen zur Gegenwehr dem guten Mann. Doch der Feste Tore schließen sich, man scheint sich dort zu fürchten. Und alle Treuen fragen sich wie er dies will erstreiten.
Doch Gebete fließen aus seinem Munde schon seit die Wälle er erblickt und langsam ziehen die Wolken auseinander als er Näh der Burg betritt. Und eines Lichtes Strahl der Sonne löst sich von dem Himmelsdach und hüllt den Wolfram ein zur Gänze das man ihn kaum noch ausgemacht.
Und all die Wiedergänger brennen mit einem Male lichterloh und taumeln wie durch unsichtbare Hände getrieben dem Tor entgegen. Und dort vergehen sie zur Gänze ein schaurig Geheul ist zu vernehmen, doch als es abebbt und die Flammen gehen ist das Tor nicht mehr zugegen.
Und Wolfram in dem Lichtgewand durchschreitet das Tor in vollem Gang, dahinter lauern sie die Schrecken, die die Feste wollen schützen. Und des Wolframs Mannen sind mit vorne, Seit an seit mit ihrem Helden, und Streit entbrennt gar fürchterlich mit den finsteren Schergen die da hausen.
Mutationen schrecklich, Dämonengezücht. Und übler fauler Rauch aus allen Schlünden und wäre nicht des Wolframs Licht es wär als hätt man Pech darüber ausgegossen. Man war an unheiligerem Ort als man sich hätte träumen lassen. In einer Burg so fern dem Licht, als lebt man ewig in der Nacht.
Und so brandet der Kampf trotz allem hin nicht her, als des Lichtes Mannen die Dunkelheit vertreiben, und alles was dort Bösem dient wird ausgemerzt wie Wanzentier. Und Wolfram selbst erschlägt wohl hundert von den schlimmen Dingern, und alles von dem Licht umhüllt.
Und als der letzte Scherge fällt in seiner Asche dort zu Boden erlischt das Licht um Wolfram rum und sein geschundener Leib kommt vor zu sehen, zerschlagen wie wohl keiner zuvor. Er hat so zahlreich viele Wunden, das Tod er gleich zu Boden sinkt, doch Licht hat er gebracht dem Orte und die Wolken fliehen seinem Tun.
Die Burg ward nun vom Tross geschliffen, den allzu grausig ist der Ort. Dämonisch Hexerei betrieb man dort und der Zorn um des Wackeren Tod brach sich daran. Man ließ keinen Stein auf einem Anderen und als man fertig ward im Wüten, da sah man Wolfram kurz erstehen zu sprechen seine letzten Worte.
Und sprechen tat er von den Nöten, zu wachen über diesen Ort, und das er ewig würd hier stehen und seinen Mannen nahm er Wort. So baute man die Feste auf, doch nun im Lichte stand sie da. Und seine Mannen die noch lebten die wachten dort für Tag und Jahr. Und sollten sie gestorben sein, die goldene Stadt lag für sie da.
Und Wolframswacht ward ihm zu Ehren genannt die Feste immerdar. Und Wolframs Wacht ist ihr gewiss auf ewig wacker Jahr um Jahr.

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