Von den Echsen

Wenig ist bekannt und noch weniger davon wahr…

– Magister Wulenstein –

Allgemeines

Über das Echsenvolk in Galladoorn ist wenig bekannt. Einstmals muss dieses Volk in unserer Gegend sehr verbreitet gewesen sein, doch dies verliert sich, genau wie der Ursprung der Echsen im Nebel der Zeit. Es existieren keine schriftlichen Dokumente über ein Reich oder eine hohe Kultur dieses Volkes, doch findet man doch immer wieder geheimnisvolle Monolithen und verfallene Bauwerke, die zumindest vermuten lassen, das die Echsen einst höher entwickelt waren, als sie es heute sind.

Die Echsen sind annähern so groß wie ein Mensch und von ähnlicher Intelligenz und Widerstandsfähigkeit. Sie benutzen Werkzeug und Waffen, und auch wenn von geringerer Körperkraft, scheinen sie dem Menschen im Kampfe fast ebenbürtig. Allerdings sind solche Vergleiche nur von wenigen anzustellen, da dieses Volk sehr zurückgezogen lebt und friedlich und kontaktscheu ist.

Auch scheinen die Echsen in Galladoorn über eine eigene Art der Magie zu verfügen, die sich noch keinem der Zauberkundigen im Reich bislang erschlossen hat. Sie scheinen keine eigene Sprache zu besitzen und leben in kleinen Gruppen, evtl. Stämmen oder Clans zusammen.

Ihre Schädel sind haarlos wie ihr ganzer Körper und von kleinen Schuppen bedeckt, die von hellgrüner bis graublauer Farbe sind. Oft ziert ein schuppiger Kamm, der bis zu ihrem Steißbein hinab reicht, ihren Kopf und Rücken. Sie besitzen keine Nasen sondern atmen durch Luftschlitze über ihrem Mund, in dem sich dünne und äußerst spitze Zähne befinden.

Verbreitung

Die Echsen findet man nur noch in den entlegensten Winkeln des Reiches, vornehmlich in Sümpfen und tiefen feuchten Auwäldern. Einige wenige sind wohl im Mittenwald ansässig, doch auch von diesen wurde schon seit Jahren nichts mehr gehört oder gesehen. In gebirgigen Regionen sind sie niemals gesehen worden und sie scheinen die Nähe von menschlichen Ansiedlungen zu meiden.

Kultur

Auch hierüber ist fast nichts gesichert und bekannt. Wenn überhaupt ist ihre Kultur als primitiv und naturverbunden anzusehen. Die Echsen scheinen weder Metallverarbeitung noch das Feuer zu kennen. Sie kleiden sich zumeist in Felle oder rauen Stoff und ihre Waffen sind zumeist sehr primitiv und lediglich zur Jagd zu gebrauchen. Selten wird einmal ein Echsling mit feineren Gewändern beobachtet und Rüstungen scheinen ihnen unbekannt.

In gelehrten Kreisen wird allerdings immer wieder gemunkelt, dass die echsische Kultur nicht so primitiv sein soll  wie sie scheint, sondern vor vielen Jahrhunderten deutlich höher entwickelt war als die der Menschen.

Echsische Magie

Auch hier gibt es wenig verlässliche Informationen über dieses geheimnisvolle Volk. Es gibt wohl einige dieser primitiven Kreaturen, welche magiekundig sind, doch ist diese Art der Magie der menschlichen Form so fremd, das es bislang noch keinem Gelehrten gelungen ist, diese zu verstehen. Vor einigen wenigen Jahren wurde in Erbnacht ein magiefähiger Echsling gefunden, welcher sich ohne Worte zu sprechen mit den Menschen unterhalten konnte und einige übernatürliche Fähigkeiten aufwies, doch auch dieser brachte die Forschung auf diesem Gebiet kaum weiter.

Es gibt allerdings einige Berichte über mächtige magische Artefakte echsischer Herkunft.

Die Echsen in Galladoorn, oder vom Frosch zum Menschen

von Aquilus dem Reisenden

Fest muß stehen, nach allem was ich nach dem intensiven Studium der Echsen in Galladoorn in den letzten Jahren herausfinden konnte, das die Echsen bei weitem nicht so Primitiv sind wie von Gelehrten und Laien gemeinhin angenommen wurde. Die Echsenmenschen Galladoorns sind durchaus von mit dem Menschen zu vergleichender Intelligenz und von äquivalenter psychischer und physischer Widerstandskraft und scheinen sich ebenfalls auf die Magie oder eine verwandte Form der mystischen Kräfte zu verstehen.

Dies wiederum bringt mich, verbunden mit der konkreten Fähigkeit zur Zusammenarbeit in komplexen Problemsituationen zu der Annahme, das die Echsen durchaus in der Lage sind in komplexer Weise verbal oder nonverbal zu kommunizieren, da eine Beherrschung der mystischen Kräfte der Natur oder der Magie nur über die Wirkung von Formeln im weitesten Sinne zu erreichen ist, so erforscht bereits von Aurelius dem Machtvollen und nachzulesen in seinem Werke „Über Sinn und Unsinn magischer Aktivitäten nach Sonnenuntergang“.

Ebenso die bereits erwähnte Befähigung zur Gruppenorientierten Beschäftigung mit komplexen Aufgabensituationen zwingt zu der Annahme das eine Kommunikation zwischen den einzelnen Individuen möglich, wenn nicht gar üblich ist, entgegen den bisherigen Vermutungen einer stillen Gesellschaft, vergleiche auch „Art und Wesen galladoornischer Tier- und Pflanzenarten“ nach Kundurnus dem Älteren.

Im übrigen muß erwähnt werden, das die Echsen der galladoornischen Spezies von einem an Fanatismus grenzenden Mystizismusinteresse geprägt sind, vergleichbar mit dem der gewöhnlichen Hauskatze. Im Gegensatz zu dieser jedoch scheint der Echserich oder die weibliche Echse, denn ich bin der festen Überzeugung es gibt zwei Geschlechter unter den Echsen, da ein Volk aus nur einem Geschlecht nicht lebensfähig wäre, schon nach „Die Bedeutung des kleinen Unterschiedes zur Vermehrung und Zeugung“ von Charris dem Druiden, sich ebenfalls nicht nur einem gewissen Maß an Intelligenz erfreuen zu können, sondern sie scheinen etwas der realen Kultur entwickelter Völker entsprechendes zu besitzen. Befremdlich erscheint dem Aufgeklärten jedoch die mangelnde Trennung zwischen Männchen und Weibchen, da sie der natürlichen Ordnung von Mann als Herrscher über die Frau zu trotzen scheint, was die Gesellschaft der Echsen in eine gewisse Unordnung verweisen dürfte. Vergleiche hierzu auch „Meine Minderwertigkeit gegenüber dem natürlichen Herrscher Mann“ von Thula der Weisen.

In jedem Falle bleibt zu erwähnen, das den Echsen ein, wenn auch durch vorgenannten Umstand eingeschränktes Maß an Kultur zu eigen ist. Sie scheinen durchaus in der Lage zur professionellen Verarbeitung der Güter der Natur was an machen Gegenständen wohl ritueller oder schmückender Art in ihren Behausungen zu erkennen ist. Überhaupt sind die Behausungen der Echsenwesen nicht von solcher Primitivität gekennzeichnet wie es vielleicht der Vergleich mit einer Bieberbehausung von außen zuläßt, vielmehr scheint der ästhetische Impuls der Echsengesellschaft sie zu solchen Bauweisen zu führen, jedoch sind auch hierbei, trotz vorkommender Solobelegung der Behausungen, keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede erkennbar.

Erkennbar scheint jedoch in bemerkenswerter Weise die Hervorhebung einzelner Individuen aus spirituellen oder religiösen Gründen, was uns zu der Annahme verleitet, die Echsen könnten eine eigene Religion besitzen, vielleicht vergleichbar mit der verhältnismäßig primitiven Konfession der Druiden und ihres Naturglaubens, jedoch ist aufgrund des bis dato ungelösten Kommunikationsproblems eine eindeutige Antwort auf diese Frage nicht eindeutig möglich, wenn auch von steigendem Interesse, da die Glaubensrichtlinien eines Volkes viel über deren Gesinnung und Lebensweisen erkennen lassen, wie bereits von Elyssära der Elfe in „Der Götzenkult und seine Realhistorische Bedeutung für die Interaktion der Völker der bekannten Welt“ erwähnt. Trotz allem hoffe ich dem geneigten Leser das Verständnis für das Volk der Echsen aufgezeigt zu haben, das auch mich zu meinen Forschungen ermutigt hat. Dank an dieser Stelle auch an seine Fürstliche Hoheit Den Fürsten zu Rabenmund für seine finanzielle Unterstützung bei den Expeditionen in die Lebensräume des Echsenvolkes“

– Ein Text aus der Bibliothek von Rabenmund, 39 Erion –

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