Jascha Gussew – Das Volkslied

Jascha Gussews Liebe zu seinem Gefolgsleuten stand sein Leben lang stetts vor seinem eigenen Glück. Von dieser Treue über alle Grenzen hinweg erzählt auch das alte kharkovianische Volkslied „Jascha Gussew“.

Die Legende erzählt, dass sich Jascha Gussew in eine ausländische Prinzessin verliebt, die er aus dem Palas des niederträchtigen Zaren Pjotr dem Blutigen geraubt hat, um von diesem Lösegeld zu erpressen. In der Gefangenschaft verfällt die schöne Fremde dem Charme des wilden Piraten und willigt ein, seine Frau zu werden.

Gussews treue Mannschaft ist erbosst, fürchtet sie doch ihren Anführer an das Weib zu verlieren. Schließlich stellen seine Untergebenen Jascha Gussew vor die Wahl, die schöne Prinzessin zu ehelichen damit die Verbundenheit von Anführer und Gefolgsmännern zu zerreisen oder sich von den Ketten des Weibes zu befreien:

 

1. In den Wellen hinter Inseln
Ziehen Kähne malerisch, –
| : Fangen leis an aufzuwachen,
Bang ist jedes Angesicht. : |

2. Jascha Gussew vorn als erster,
Selig in der Trunkenheit,
| : Hält im Arme die Prinzessin,
Die er eben erst gefreit. : |

3. Plötzlich tönt ein dumpf Gemurre:
Er verrät uns um ein Weib,
| : All der Seinen Glück vergißt er
Um geringen Zeitvertreib. : |

Laja, Laja, Mutter Laja,
Ruhig fließest du dahin,
| : Ahnst nicht, was der Herr der Freien
Fürchterliches hat im Sinn. : |

Vorn als erster Jascha Gussew
Hebt das Weib in wilder Wut, –
| : Laja, Laja, nimm ein Opfer!
Und er wirft sie in die Flut. : |

Und er sieht sie untergehen,
Hört noch ihren Jammerschrei:
| : Stirb als Opfer meiner Treue!
Jascha Gussew, er ist frei. : |

Und die Kähne ziehen weiter,
Und die Kähne ziehen fort,
|: Und die Laja fließet weiter
Über diesen Schreckensort. : |

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