Die Ritterschaft

Und man Rufe aus, dass immer gelte:
Ein Reich und ein Wille!

– Reichsritter Tankred von Eichenfeld 2 Erion, bei einer konfliktbeladenen Ritterrunde –

Tradition

Die heutige Ritterschaft Galladoorns geht in ihren Traditionen und Brauchtümern zurück bis vor die Gründungszeit des Reiches Galladoorn. Die edlen Streiter in den früheren Königreichen Eichenhain und Zwingern ersannen für ihren Stand Regularien und Pflichten, die ihnen Bürde und Rechtsanspruch zugleich sein sollten. Die Reiche lagen wohl zu jener Zeit im Kriege miteinander, und Bruder war des Bruders Feind, doch stellten die Verpflichtungen der Ritterlichkeit stets einen gemessenen Schlachtverlauf sicher.

Nach dem Bündnis der Reiche wider den Anhängern der Schwarzen Flamme und der darauf folgenden Einigung der Könige, bei welcher sich das Königsgeschlecht derer von Zwingern der Herrschaft des Hauses Eichenhain unterwarf, wuchs auch die Ritterschaft zu einem gemeinsamen und bis heute starken Bund zusammen. Fünf Jahrhunderte sind seither vergangen und vieles im Reiche hat sich gewandelt, doch die Grundfeste, auf welche sich die Ritterschaft beruft, sind die gleichen geblieben. So ist der Ritter heute wie damals der Streiter in ehernem Rüstzeug, der gewappnet mit Schwert und Schild, Reich, Krone und Volk in Friedenzeiten hütet und im Sturm des Krieges für sie streitet. Hat sich auch ihre Erscheinung durch die sich in den vergangenen Jahrhunderten veränderte Art und Bauweise der Rüstung gewandelt, und hat man in den vielen Jahren des Friedens mehr Wert auf die höfischen Tugenden und die Etikette gelegt, hält sich die Ritterschaft nichtsdestotrotz an die Tugenden, wie sie einst niedergeschrieben wurden.

Ritter in Galladoorn

Die galladoornsche Ritterschaft bildet das Rückrat des Reiches und des Adels. Die großen Adelsfamilien gehen auf ein Rittergeschlecht zurück. Ritterliche Tugenden, wie Ehre und Rechtschaffenheit sind Grundwerte der galladoornschen Adelsgesellschaft und über den Ritterstand weit verbreitet. Auch das ritterliche Gebähren bei Hofe, die Minne und der Benimm sind Leitbilder des ganzen Adels. Trotzdem sind die Ritter Galladoorns Streiter für Reich und König. Das Tugendhafte Ansinnen allein genügt nicht, die Wehrhaftigkeit ist nicht nur ein Ideal, sondern eine Grundvoraussetzung des Ritterstandes.

Die meisten Ritter in Galladoorn verwalten ein kleines Lehen in einer Baronie oder in einem Fürstentum als Mark- oder Stadtverweser und unterstehen somit einem Baron oder Fürsten. Trotzdem sind sie in ihrer Ritterlichkeit nur dem Codex und der Krone verpflichtet. Nur der König (derzeit die Königin) kann zum Ritter des Reiches Galladoorn schlagen.
Zu den Besonderheiten der galladoornschen Ritterschaft gehört es, daß es sowohl weibliche Ritter, als auch Magikani gibt. Die Magikani sind zaubernde Ritter, die dieselben Rechte und Pflichten haben, wie jeder andere Ritter auch.

Die Tugenden der galladoornschen Ritterschaft

  • Treue„Die Treue, als oberste der ritterlichen Tugenden, ist jene Ergebenheit des Ritters an seinen Lehnsherrn und das Reich, die den wahren Gefolgsmann ehrt.“
  • Ehre„Die Ehre des Ritters ist sein unantastbares Gut, sie hat er zu bewahren durch Worte und Taten, und eben jene soll es sein, die ihn vom Gemeinen unterscheidet.“
  • Tapferkeit„Die Tapferkeit ist dem Rittersmann selbstverständliches Tun. Er zeigt niemals Furcht vor einem Gegner, er weicht nicht vor Gefahr und stellt sich voll Mut jedem Feinde seiner Ehre und des Reiches.“
  • Wehrhaftigkeit„Der Ritter ist die Stütze der Armee des Reiches und sei solcherdings stets in Zeug und Waffen wenn das Reich ihn zum Streite ruft.“
  • Aufrichtigkeit„Aufrecht sei der Rittersmann, edel und gut in allen Worten und Taten. Lüge und Verrat sind ihm verhasst, Vergeltung hierfür sei sein Streben.“
  • Gerechtigkeit„Gerechtigkeit übe der edle Ritter gegen jedermann, gleich welchen Geschlechtes und welcher Rasse. Gerechtigkeit leitet seinen Entschluss und Gerechtigkeit bringt er dem Lande und dem Volk.“
  • Demut„Demut steht dem Rittersmann, denn Demut ist der Herr des Übermuts, und übermütig soll der Ritter niemals werden. Demut zeigend seinem Stand und seinen Tugenden, Demut den Damen und dem Adel, Demut vor dem Volke und den Seinen.“

Die Tugenden der Ritterschaft bilden die Grundfesten des ritterlichen Strebens. Sie sind für jeden Ritter zu jeder Zeit bindend und unumstößlich. Eine jede Handlung kann, gemessen an den Tugenden, dem Ritter zum Ruhme gereichen oder ihn mit Schande beflecken. Es obliegt dem Ritter selbst, über seine Taten zu wachen und zu richten.

Freilich ist ein Ritter als Teil des Bruderbundes der Ritterschaft mit seinen Taten auch für den Leumund der Ritterbrüder verantwortlich. Und somit muss er Rechenschaft ablegen, für jedes Wort und jedwede Tat, die ein Ritterbruder von ihm einfordert. Ist eine Tat nicht unter den Ritterbrüdern zu klären, so kann über sie im Ritterrat erörtert werden. Ist die Handlung eines Ritters in den Augen eines Ritterbruders nicht mit Worten oder Taten zu sühnen, so ist es an ihm den fehlendem Ritter zu fordern. Zu diesem Zweck, wirft er dem Geforderten den Fehdehandschuh (versehen mit seinem in Galladoorn spiegelverkehrten Wappen) vor die Füße. Es ist nun an dem Geforderten, den Fehdehandschuh aufzunehmen und somit die Forderung anzuerkennen. Der Geforderte teilt dem fordernden Ritterbruder Ort, Zeit und Waffe für das bevorstehende Duell mit. Ein ritterliches Duell endet mit dem Sieg eines der Duellanten sei dies, durch die anerkannte Aufgabe oder der Tod des Kontrahenten

Die Reichsritterschaft

Die Reichsritter in Galladoorn bekleiden das Amt eines persönlichen Vertrauten des Königs. Sie überbringen wichtige, persönliche Nachrichten des Königs, fungieren als direkte Gesandte und überwachen die Rechtsprechung der Provinzherren. Sie haben ein Vetorecht im Namen des Königs und können erwirken, dass ein Verfahren so lange ausgesetzt wird, bis es dem König vorgetragen werden kann. Des Weiteren entsendet der König sie als persönliche Diplomaten und Botschafter ins Ausland. Die insgesamt zehn Reichsritter sind dem König direkt unterstellt und können nur von ihm gerichtet werden. Es ist ihnen nicht gestattet eigenen Besitz zu verwalten oder ein Amt des Glaubens zu bekleiden. Wer zum Reichsritter berufen werden will, muss zuvor den Ritterschlag erhalten haben, alsdann ist es ihm möglich dem König sein Bestreben mitteilen. Dieser wird ihm, wenn für würdig befunden, eine Queste auferlegen. Nur wenn er diese erfüllt, ist der Ritter würdig den Titel des Reichsritters zu tragen. Die Queste wurde in alten Zeiten als Schicksalsurteil angesehen. Auch ist es nur galladoornischen Rittern möglich zum Reichsritter ernannt zu werden. Ohnehin ist es mehr Bürde denn Würde dieses schwere Amt zu bekleiden, birgt es doch ein großes Maß an Verpflichtungen und Entbehrungen, die eben jene Ritter auf sich nehmen um der Krone zu genügen. Jeder Reichsritter Galladoorns residiert am Hofe des Königs, wenn er nicht in königlicher Mission unterwegs ist.

Ursprung

Die Reichsritterschaft geht zurück auf König Michael den Eisernen und seinen Bruder König Throgart den Fragwürdigen. Die Geschichte vom Fall des Eisernen erinnert an die Ereignisse der Früzeit Galladoorns 410 vor Viviane.

Ritterorden

Das Königreich Galladoorn ist trotz seiner Stärke, die auf die stolzen Herzen seiner Bewohner zurückzuführen ist, ein kleines Reich im Verbund der Mittellande. Die Zahl der Ritter war stets überschaubar bis gering. Umso schwerer wog jeher die Bürde, das Reich in ritterlicher Würde im Ausland zu vertreten. Aus diesem Grunde bildeten sich nicht wie in anderen Königreichen Ritterorden, welche sich einem besonderen Zweck verschrieben, denn jeder Ritter hat seinen ihm zugeschriebenen Platz und damit Aufgaben im Reiche. Zwar steht es jedem Ritter frei sich einem Orden an zu schließen, doch gibt es in Galladoorn selbst keine großen Orden, keine Burgen oder Ordenshäuser. Die einzige Ausnbahme hiervon ist der Orden der Ritter der Nacht, welcher allerdings sehr klein ist und über keine nennenswerten Niederlassungen verfügt.

Die Ritter vom Orden der Nacht

In den Jahren noch vor der Gründung Galladoorns, als Krieg herrschte in den Provinzen, waren gerade die abgelegenen Dörfer und Gehöfte Opfer von Übergriffen. Doch waren es nicht die Übergriffe des befeindeten Nachbarreiches, die das Volk heimsuchten. Nein, jene Schergen unbekannter Herkunft kamen bei Nacht, sie mordeten und verschleppten, sie hinterließen Zerstörung, Trauer und Furcht bei denen die zurückblieben. All jene die in Burgen und Städten lebten verschlossen bei Einbruch der Nacht die Tore und wachten über sie bis der Morgen graute. Trotz der Bemühungen des Adels und der Ritterschaft war es nicht möglich den Unholden habhaft zu werden. So begab es sich, dass ein Ritter mit Namen Wilhelm von Leutern schwor, all seine Ämter abzulegen und sein Leben dem Schutz derer zu widmen welche keine Mauern und Tore hatten um sich des Nächtens zu verstecken. Er zog aus und begann eine Nachtwache, bei welcher er nicht lange alleine bleiben sollte. Seinem Beispiel folgend waren es alsbald ein Dutzend Ritter, welche die Nacht zu ihrem Tage erklärten und ihre Nachtwache als ihre Bestimmung ansahen. Jene Ritter beschlossen, dunkle Wappenrocke mit dem Zeichen der schwarzen Lilie über den eigenen Wappenröcken zu tragen und sich fortan als die Ritter vom Orden der Nacht zu bezeichnen.

Nach dem Fall der schwarzen Flamme und der Einigung der Könige kehrte Friede ein im Land und mit dem Friede kam das Vergessen um den Orden und seine Mitglieder.

 Der Orden vom goldenen Schild

Dieser Orden wurde durch die Initiative von König Hector von Beilstein gegründet. Grundlage dieses Mittelländischen Ritterbundes ist die Vereinigung der verschiedenen Ritterschaften in einigen für alle bindenden Tugenden. Den Mitgliedern des Ordens soll im Austausch mit ihren Ritterbrüdern die Sichtweise des Anderen und die Erläuterung von bislang fremden Traditionen ermöglicht werden. Im Weiteren versucht der Orden ein Ritterbild nach dem Vorbild der alten Ritterschaften, zu welchen sich auch die galladoornische zählt, zu schaffen und dafür einzustehen.

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